Normung und Standardisierung

DIN Buchstaben in einem Schraubstock
© Denis Junker - Fotolia

Normen und Standards schaffen eine sichere Grundlage für die technische Beschaffung, stellen die Interoperabilität im Anwendungsfall sicher, schützen Umwelt, Anlagen und Verbraucher durch einheitliche Sicherheitsnormen, sind eine zukunftssichere Grundlage für die Produktentwicklung und unterstützen die Kommunikation unter allen Beteiligten durch einheitliche Begriffe und Konzepte.

Für das Gelingen des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 sind die Standardisierung und Normung von zentraler Bedeutung. Industrie 4.0 erfordert eine nie dagewesene Integration der Systeme über Domänengrenzen, Hierarchiegrenzen und Lebenszyklusphasen hinweg. Dies ist nur auf der Grundlage von konsensbasierten Spezifikationen und Normen möglich. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und der Normung ist erforderlich, um die notwendigen Voraussetzungen für eine durchgreifende Innovation zu schaffen: methodische Fundierung und Funktionalität, Stabilität und Investitionssicherheit, Praxistauglichkeit und Marktrelevanz.

Auch für eine schnelle Umsetzung in die industrielle Praxis ist eine zeitnahe Stabilisierung der Konzepte durch einen konsensbasierten forschungsbegleitenden Standardisierungs-und Normungsprozess unerlässlich. So ist das Thema Normung und Standardisierung im Umfeld von Industrie 4.0 bzw. „Internet der Dinge und Dienste“ Gegenstand mehrerer Aktivitäten:

  • Normungs-Roadmap „Industrie 4.0“ (DKE/DIN)
  • Plattform Industrie 4.0, Arbeitsgruppe 2
  • DIN/DKE-Steuerkreis „Normung Industrie 4.0“

           Aktuelle Themen
            • Funktechnologien
            • Weiterführung der Normungs-Roadmap „Industrie 4.0“
            • Darstellung der Normungslandschaft

  • IEC/ISO: Automatisierungstechnik, IKT, funktionale und IT-Sicherheit, Robotik, Semantik, Geräteintegration etc. (siehe Normungs-Roadmap)
  • VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA)

            Veröffentlichungen zu den Themen
            • Wertschöpfungsketten
            • Gegenstände, Entitäten, Komponenten
            • Referenzmodell

  • weltweite Entwicklungen von Spezifikationen in Fora und Konsortien des ICT-Umfeldes (z. B. M2M, IoT, Wireless)

Viele Normen sind bereits vorhanden. Entsprechend der Weiterentwicklung in Industrie 4.0 und AUTONOMIK sind vorhandene Normen ggf. anzupassen bzw. weiterzuentwickeln oder neue Normen aufzusetzen. Gerade bei querschnitts- und domänenübergreifenden Themen zeigt sich, dass hier Normen der einzelnen Domänen aufeinandertreffen und erst mittels eines Systemansatzes in der Normung migriert werden müssen. Hierzu sind exemplarisch folgende Schritte notwendig:

  • Schaffung gemeinsamer Grundlagen auf Basis eines einheitlichen Systemansatzes (z. B. über Use Cases, Referenzmodelle)
  • Informationen und Übersichtsdarstellung der heterogenen Normungs- und Standardisierungslandschaft(Status quo)
  • Definition eines zusätzlichen Normungsbedarfs (Modifikation, neue Normen, Vereinheitlichung) und Umsetzung eines entsprechenden Arbeitsprogramms
  • Zusammenführung und Herausarbeitung von Industrie 4.0-Profilen
  • Umsetzungen und Test

Für das Technologieprogramm „AUTONOMIK für Industrie 4.0“ ist daher ein bidirektionaler Informationsaustausch mit der Welt der Normung und Standardisierung von Interesse:

  • Informationen über den aktuellen Stand und die aktuellen Entwicklungen erhalten
  • Entwicklungen aus den Forschungsprojekten zeitnah in die Normung einfließen lassen.

Somit können neue Ideen unmittelbar Einfluss auf die derzeitige Entwicklung der Normung gewinnen. Außerdem Vorteil, dass die Projekte die Normungsentwicklung befruchten und unterstützen können. Erfolgreiche Normprojekte bieten eine wesentliche Hilfestellung bei der Überführung von Innovationen aus dem Forschungsstadium in marktfähige Produkte und Dienstleistungen. Aus diesen Gründen strebt die Begleitforschung frühzeitig an, gemeinsam mit den Projekten Entwicklungen im Normungsumfeld zu beobachten, eigene Normungsprojekte zu initiieren und zu begleiten sowie konstruktiv die aktuellen Entwicklungen zu unterstützen.

 

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