APPsist

Mobile Assistenzsysteme und Internetdienste in der intelligenten Produktion

AppSist Monitor
© Festo


Kurzsteckbrief

Im Projekt APPsist wird ein ganzheitlicher Ansatz für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine in der Produktion entwickelt. Softwarebasierte Assistenzsysteme werden sich anhand spezifischer vorhandener Kompetenzen von Mitarbeitern automatisch auf deren Unterstützungsbedarf einstellen. Somit könnten Unterstützungen und Lernprozesse für die unterschiedlichsten Anforderungen entwickelt werden, wie z. B. für die Inbetriebnahme, den Betrieb, die Wartung, Reparatur und vorbeugende Instandhaltung von Anlagen. Durch diese passgerechte Unterstützung können Mitarbeiter mit unterschiedlichem Vorwissen umfassender als bisher eingesetzt werden.

Herausforderung

Kunden verlangen heute oft individuelle Produktvarianten mit gleichzeitig hoher Produktqualität und dem günstigen Preis einer Serienfertigung. Um dem gerecht zu werden, setzen fertigende Unternehmen zunehmend auf gleichermaßen hochautomatisierte und flexible Produktionssysteme. Mit der Komplexität eines solchen Produktionssystems und der zunehmenden „Intelligenz“ seiner Einzelkomponenten steigen aber auch die Anforderungen an die Mitarbeiter in der Fertigung, etwa bei Inbetriebnahme, Überwachung, Wartung und Instandhaltung. Neben Montagefähigkeiten werden nun auch elektronische und datentechnische Kompetenzen verlangt.

Ziel

Im Projekt APPsist werden daher multimediale „Assistenzsysteme“ entwickelt, die den Werker bei der Bedienung cyber-physikalischer Systeme in der Produktion und beim Wissensaustausch untereinander unterstützen. Dabei sollen die Assistenzdienste kontextbezogen die Ausbildung und den Wissensstand des jeweiligen Mitarbeiters ebenso berücksichtigen wie die Besonderheiten der konkreten Arbeitssituation, in der er mit einer Komponente in der Fertigungsanlage interagiert.Technologien Damit der digitale Assistent in jeder Situation die genau richtigen Antworten geben kann, greifen die Forscher auf Methoden der künstlichen Intelligenz, des Wissensmanagements und der semantischen Technologien zurück. Außerdem sollen etwa für die Simulation eines Fertigungsprozesses Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Technologien erprobt werden. Dazu trägt der Nutzer eine Datenbrille, in die beispielsweise die korrekte Verkabelung elektronischer Bauteile eingeblendet wird. Neben diesen technisch orientierten Aufgaben greift das Projekt arbeitsorganisatorische und ökonomische Fragestellungen auf, die sich mit der Einführung dieser neuen Generation von Assistenzsystemen und damit verbundenen Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation ergeben können. Die Beschäftigten, ihre Betriebsräte und die IG Metall werden von Beginn an in die Konzeption und Ausgestaltung des Systems mit einbezogen. Im Projekt soll außerdem erprobt werden, inwieweit Gamification, d. h. spielerische Elemente und Anreize, in industrielle Assistenzsysteme sinnvoll zur Steigerung von Arbeitsfreude und Motivation integriert werden kann. Bereitgestellt werden sollen die Funktionen des APPsist-Systems über eine unternehmensinterne Cloud.


Use Case

Die Assistenzsysteme von APPsist werden bei drei Projektpartnern aus der fertigenden Industrie erprobt: dem Werkzeug- und Vorrichtungsbauer Brabant & Lehnert, dem Automatisierungstechnikhersteller Festo und dem Sonderanlagenbauer MBB Fertigungstechnik. Für die Produktionsmitarbeiter in den Pilotanwendungen wird eine Vielzahl digitaler Hilfsdienste angeboten. Die Unterstützung reicht von Bedienungsanleitungen für gerade anstehende Arbeitsschritte über einen „Emergency-Dienst“ im Notfall bis hin zu Möglichkeiten, sich schnell und unkompliziert mit anderen Kollegen über fachliche Fragen auszutauschen. Über Touch-Bildschirme an den Maschinen oder über Apps auf Smartphones, Tablets und PCs kann schnell auf die Dienste zugegriffen werden.

Konsortialpartner: Festo Lernzentrum Saar GmbH (Konsortialführer), Brabant & Lehnert GmbH, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), Festo AG, Fraunhofer IAO, imc information multimedia communication AG, MBB Fertigungstechnik GmbH, Ruhr-Universität Bochum

 

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