Digitalisierung treibt Heimvernetzung zum wichtigen Zukunftsmarkt

Staatssekretärin Brigitte Zypries eröffnet die Konferenz © BMWi / Boening

Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, eröffnete am Dienstag, 30. September 2014, die Konferenz Smarthome2Market in Berlin. Im dbb forum trafen sich rund 300 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden zum gegenseitigen Austausch. In einer begleitenden Ausstellung wurden dazu Praxisbeispiele aus verschiedenen Feldern der Heimvernetzung vorgestellt. Auf der Konferenz wurden die vier SmartHome-Projekte des in diesem Jahr aufgelegten Förderprogramms „AUTONOMIK für Industrie 4.0“ präsentiert.

Die Staatssekretärin fasst in ihrer Eröffnungsrede die Chancen der Heimvernetzung für Deutschland auf: „Der Zukunftsmarkt der Heimvernetzung bietet enorme Potenziale für deutsche Anbieter. Smart Home ist ein wichtiges Element der Digitalen Agenda 2014-2017 der Bundesregierung. Daher ist es wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern ihren persönlichen Vorteil durch die Smart Home-Produkte zu erläutern und das Vertrauen in die neue Technik zu verbessern. Voraussetzung dafür ist, dass Datensicherheit zum Schutz der Privatsphäre sowie Investitionssicherheit gewährleistet sind."

Mögliche Perspektiven dafür griff Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in seinem Vortrag auf, in dem er Zukunftsvisionen des Smart Home Marktes im Jahr 2020 vorstellte. Dr. Bernhard Thies von der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) unterstrich in seiner folgenden Key-Note die Wichtigkeit offener Plattformen zur Entwicklung des Smart Home Marktes. Anknüpfend daran wurde der Dr.Riedel Automatisierungstechnik GmbH das erste „Interoperabilitätssiegel“ verliehen, das als mögliches Produktsiegel von einer neuen Testplattform des Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) zur Prüfung von IT-Sicherheits- und Datenschutzanforderungen sowie zum Nachweis der Interoperabilität von Heimvernetzungsprodukten dienen soll.

Im Anschluss wurde im ersten Panel in zwei Fachvorträgen und einer Diskussionsrunde näher über die mögliche Chance und damit verbundene Herausforderungen für Deutschland auf dem Weg zum Leitmarkt und –anbieter für Smart Home-Lösungen diskutiert. Im ersten Vortrag präsentierte Dr.Wolfgang Klebsch vom VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. das Zertifizierungsprogramm Smart Home + Building.

Nach der Mittagspause widmete sich das zweite Panel der Rolle Deutschlands in der internationalen Standardisierung. Dabei wurde zunächst der Bedarf nach einer internationalen Plattform von Johannes Hauck von der Hager GmbH präsentiert und im Folgenden als ein Beispiel die EEBUS-Initiative von Josef Baumeister von Bosch Siemens Hausgeräte vorgestellt: Die Initiative, die im BMWi-Technologieprogramm E-Energy geförderte wurde, hat ihren neuen Standard-Vorschlag veröffentlicht (IEC Dokument TR 62746-2, Cenelec Dokument prEN 50491-12) und den offiziellen Standardisierungsprozess auf europäischer Ebene eingeleitet. Das EEBus-Konzept ist ein offenes, auf Standards basierendes Vernetzungskonzept, das die Brücke zwischen unterschiedlichen Smart Home-Systemen bilden kann. Als Erfolg versprechend erweist sich die Vielzahl namhafter Unternehmen, die sich der Initiative bereits angeschlossen haben.

Im folgenden Panel wurden dann in kurzen Impulsvorträgen drei weitere Smart Home Förderprojekte präsentiert: Zunächst stellte Johannes Hauck das Projekt GUIDED AB vor, das als Ziel verfolgt, ein neues Steuerungssystems für die Gebäudeautomation und Heimvernetzung zu entwickeln, das sich autonom an die Bedürfnisse von Nutzern und Bewohnern anpasst und dem Nutzer eine zentrale, intuitive und geräteübergreifende Konfiguration seines Smart Homes ermöglichen soll. Anschließend präsentierte Dr. Severin Beucker vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH das Projekt ProShape. Hier geht es primär um die Optimierung des Energieverbrauchs in Wohngebäuden. In einem dezentralen Energiemanagementsystem sollen dazu haushaltsbasierte Daten zum aktuellen und prognostizierten Energieverbrauch verwendet werden, um die Energieerzeugung im Gebäude durch dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung und den Verkauf oder Fremdbezug von Energie zu koordinieren. Abschließend stellte Dr. Joachim Quantz von Art+Com das Projekt UHCI vor, in dem multimodale Interaktionsformen erforscht werden, mit deren Hilfe für die unterschiedlichen Anwendungen im Smart Home intuitiv zu bedienende Benutzerschnittstellen mit hoher Nutzerakzeptanz entwickelt werden können.

Im darauffolgenden Panel drei wurden ebenfalls drei Vorträge gehalten, die sich der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in Forschung und Entwicklung widmeten. Vorgestellt wurden der Verein Connected Living, das Energie Smart Home Lab am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sowie das Fraunhofer InHaus Zentrum.
Zum Abschluss folgte das vierte Panel: Sieben Vertreter unterschiedlichster Verbände vom Handwerk, Wohnungswirtschaft über Elektrotechnik führten eine lebendige Diskussion zu Perspektiven der Markterschließung in Deutschland und in Exportmärkten.
Dr.Alexander Tettenborn, Referatsleiter „Entwicklung konvergenter IKT“ im BMWi, resümierte die Veranstaltung und betonte erneut die Chancen, die sich für die deutsche Wirtschaft im Rahmen von Smart Home ergeben.

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